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TEXIMUS 5 (Teil 1)

  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

TEXIMUS 5 in der Altstadthalle
TEXIMUS 5 in der Altstadthalle

Vom 18. bis 22. März 2026 war in der Altstadthalle Zug die Ausstellung TEXIMUS 5 zu sehen. Rund 1750 Besucherinnen und Besucher reisten nach Zug und freuten sich an der hohen Qualität und der breiten Vielfalt der Exponate.

 















Ernestina Abbühl: glatsch blov – glatsch alv – glatsch nair (Detail)
Ernestina Abbühl: glatsch blov – glatsch alv – glatsch nair (Detail)

Ernestina Abbühl lässt sich von der Engadiner Landschaft inspirieren. Sie präsentierte drei ausdrucksstarke Reliefs, in welchen sie Verschiebungen, Schichtungen, Farbstimmungen ihrer Heimat in die Abstraktion übergeführt hatte.

 
















Ursula Anna Engler: Grasland
Ursula Anna Engler: Grasland

Ursula Anna Engler machte mit ihrer Strickarbeit aus Hängegras darauf aufmerksam, dass in der Schweiz das Verhältnis zwischen Kulturlandschaft und Natur aus den Fugen geraten ist. Das verstrickte Gras führte die Betrachter zurück zur Naturwiese.










 


Olivia Ribaux: Die rote Liste (Detail)
Olivia Ribaux: Die rote Liste (Detail)

Olivia Ribaux thematisierte das Verschwinden gefährdeter Tierarten in einer erzählerischen Stickarbeit. Wie beim Sticken Stich für Stich die Zeit vergeht, rieselt der Sand durch die Enge der Sanduhr – irgendwann ist es zu spät.

 







Tanja Schumacher: Normale Ergebnisse
Tanja Schumacher: Normale Ergebnisse

Tanja Schumachers doppelköpfige Figur war ein Kommentar zur Tierzucht: Ohne an das Tierwohl zu denken, züchten die Menschen die Tiere so, wie sie es gerade möchten. Es ging um den Grenzbereich von Machbarkeit und Moral.

 










Bárbara Nimke: leerruum (Foto: B. Nimke)
Bárbara Nimke: leerruum (Foto: B. Nimke)

Die stillen monochromen Objekte von Bárbara Nimke erzählten Geschichten von gebrauchten Textilien. Sie gaben Schutz und zeigten den Schmerz des Lebens – im Leben geht es nicht immer nach Wunsch. Doch daraus kann eine neue Kraft entstehen.








 


Barbara Thüler Hollenstein: Zukunfts-Gespinste
Barbara Thüler Hollenstein: Zukunfts-Gespinste

In Barbara Thüler Hollensteins geheimnisvolle Kokons waren mit Naturfasern umwickelte Äste eng in Plastik eingepackt. Was kostbar wirkte, war nur Abfall. Die Natur war darin eingeschlossen – wann wird sie sich befreien und was wird ausschlüpfen?

 






Noriko Steiner-Obata: Rondo de la lumière
Noriko Steiner-Obata: Rondo de la lumière

Noriko Steiner-Obata hatte Kokons einer wilden Seidenraupe geglättet und zum Objekt zusammengenäht. Die Raupen spinnen goldene Fäden, je nachdem, welche Blätter sie gefressen haben – ein Gold direkt aus der Natur.

 















Lisa Hofmann-Maurer: Flash me
Lisa Hofmann-Maurer: Flash me

Lisa Hofmann-Maurer hatte einen feinen plissierten Organza mit reflektierenden Stoffen kombiniert. Sie war an der Wahrnehmung interessiert, die sich je nach Standort und Lichtverhältnis ändert – interessant war auch die Fotografie mit und ohne Blitz.

 












Nora Lardon: 4 Fd/cm zu 8 Fd/cm
Nora Lardon: 4 Fd/cm zu 8 Fd/cm

Nora Lardon versteht eine textile Fläche als modellierbar. Ihr zweiteiliges Objekt war durch gezieltes An- und Entspannen der Kette während des Webprozesses entstanden. So erzielte die Künstlerin Volumen und Dreidimensionalität, Material und Technik bestimmten die Form.















Dominyka Sidabraite: Flachs-ReUse (Detail)
Dominyka Sidabraite: Flachs-ReUse (Detail)

Dominyka Sidabraite forscht seit Jahren mit Leinen, einer wichtigen Faser unserer Kultur. Ihr Gestrick aus Werg (einem Abfallprodukt der Leinenproduktion) wirkte im Raum ästhetisch, absorbiert aber auch Schall und Feuchtigkeit – eine Arbeit auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Design.












 


Anna Raselli: Dazwischen (Detail)
Anna Raselli: Dazwischen (Detail)

Anna Raselli hatte mit der Nähmaschine im Wiefelmodus Löcher in Schnittmusterpapier gestanzt. Nachdem sie die Papiere für Siebdruck verwendet hatte, nähte sie die Stücke zusammen. Die während dem Druck entstandenen schwarzen Löcher bildeten eine geheimnisvolle Landschaft – was hält uns zusammen?











 


Madlen Binder: Mondlandschaft
Madlen Binder: Mondlandschaft

Madlen Binder hatte ihre Mondlandschaft in Weissstickerei ausschliesslich durch verschiedene Stick-Sticharten gestaltet. Die Technik passte zum Thema, in beidem liegt Ruhe und Kontemplation. Der Mond ist wie eine Landschaft, mystisch fern und doch nah.

 














Eveline Cantieni: «drehen, kreuzen, drehen»
Eveline Cantieni: «drehen, kreuzen, drehen»

Eveline Cantieni ist fasziniert von den Bewegungen der Hände und des Fadens bei textilen Techniken. Für den Trickfilm hatte sie Youtube-Filme über Klöppeln studiert und abgezeichnet. Das Spiel mit Tempo und Rhythmus erinnerte an Musik, der Open-Frame-Monitor verstärkt den Kontrast zwischen der Fragilität des Handwerks und der zeitgenössischen Technik.

 

 










Marianne Keel: Hindurchzuschau’n (Detail)
Marianne Keel: Hindurchzuschau’n (Detail)

Marianne Keel konstruierte aus verhäkelten Fäden eine geheimnisvolle Architektur. Durch Fadenmischungen erzielte sie ein Farbenspiel von hell bis dunkel. Die Häkelschnüre waren so ineinander verschachtelt, dass interessante Durch- und Einblicke möglich waren.

 








Agnes Melles: intersections (Detail)
Agnes Melles: intersections (Detail)

Agnes Melles lässt sich von der Mathematik inspirieren. Sie mischt Fäden verschiedener Farben und strickt komplexe Flächen. Sie überlagert im Bild Farbschichten, untersucht die Wechselwirkung des Ganzen mit den Einzelteilen und gestaltet subtile Farbübergänge.

 





Ursula Conz: -Odermatt: SCHWARZ-WEISS plus (Detail)
Ursula Conz: -Odermatt: SCHWARZ-WEISS plus (Detail)

Ursula Conz-Odermatt setzte in ihren beiden Bildern jeweils eine Farbe neben verschiedene Grauabstufungen. Die Grautöne hatte sie mit Fadenmischungen erzielt. Je nach Kontext wirkten die Grundfarben Blau, Rot, Gelb unterschiedlich – ein faszinierendes Spiel mit dem Simultankontrast.

 









Catherine Labhart: Kaleidoskop (Detail)
Catherine Labhart: Kaleidoskop (Detail)

Catherine Labhart ist Tapisseriekünstlerin. Sie malt Bilder mit Seide, indem sie die Fäden mischt. Ihr gefallen sowohl die Langsamkeit wie die Strenge der Technik. Mit ihren Bildteilen kann man wie mit einem Kaleidoskop spielen, alles passt zusammen.

 






Selina Gasser: embracings, III (Detail)
Selina Gasser: embracings, III (Detail)

Selina Gasser erforscht Verbindungen und Abhängigkeiten anhand der Technik des Brettchenwebens. Jede Drehung der Brettchen bringt neue Entscheidungsmöglichkeiten mit sich. Jedes Leben schreitet von einer Entscheidung zur nächsten und schreibt so seine einzigartige Geschichte.

 













Gabriela Giger: SWEET SATELLITE «Hello, can you hear me?”
Gabriela Giger: SWEET SATELLITE «Hello, can you hear me?”

Gabriela Gigers Satellit ist von einem Faden-Netzwerk überzogen. Die Petdeckel verweisen auf den Flüssigkeitsaustausch im Körper, die Schokoladepapiere auf den Serotoninaustausch, der glücklich macht. Dieser Satellit verbindet Kopf und Bauch und fördert unser Wohlbefinden.

 













Kollektiv Co: Gsteck
Kollektiv Co: Gsteck

Das Kollektiv Co besteht aus den beiden Künstlerinnen Damaris Meissner Bucher und Myrta Moser-Zulauf. Auf dem Foto sind Kabel und Steckverbindungen zu sehen: Ein wahres Gewirr von Verbindungen. Wo gehen die Fäden hin, wo kommen sie her? Das Bild macht auf die komplexe Welt der digitalen Netzwerke aufmerksam. Wir sind mit unsichtbaren Fäden global vernetzt.

 











Trudie Birri: Medusa
Trudie Birri: Medusa

Die Meduse war eine Figur in der griechischen Mytologie – schön und hässlich. Auch unsere Konsumwelt ist ambivalent. Sie verspricht Erfüllung, aber in dieser Fülle ersticken wir im Überfluss. Die Medusa-Tasche zeigt die alltägliche Ambivalenz im Umgang mit Textilien.

 














Myrta Moser-Zulauf: Vom Laufsteg zur Scholle
Myrta Moser-Zulauf: Vom Laufsteg zur Scholle

Myrta Moser-Zulauf hatte abgelegte Kleider während eines Jahres in der Erde vergraben. Wie können Alltagstextilien in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden? Sind die persönlichen Geschichten der ursprünglichen Besitzer noch da? Wie weit bestimmt der Mensch die Welt mit seinen Spuren über die eigene Zeit hinaus?

 











Text: Christine Läubli

Fotos: TAFch

 

 
 
 

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