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Michael Tulio: Ich geh kurz duschen, 30 x 100 x 100 cm, Porzellan

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TEXIMUS 5-2026

Vom 18. bis 22. März 2026 fand die Ausstellung TEXIMUS 5 in der Altstadthalle Zug statt. Die Kuration lag wiederum bei der Künstlerin Heidi Arnold-Trudel. 44 Kunstschaffende zeigten 47 jurierte Werke. Die Arbeiten waren aus 161 Eingaben ausgewählt worden.

Die 5. Ausgabe des TEXIMUS dauerte einen Tag länger als bisher und wurde von rund 1750 Interessierten besucht. Sowohl die Werke wie auch die Gestaltung der Ausstellung fanden ein begeistertes Echo. In unserer virtuellen Welt ist das Bedürfnis nach Sinnlichkeit und Haptik offensichtlich gross. Gleichzeitig fällt auf, dass Kunstschaffende zunehmend spartenübergreifend arbeiten; die Ausstellung war diesmal besonders vielfältig.

Vielen Dank allen, die dazu beitrugen, dass TEXIMUS 5 stattfinden konnte!

 

Am 18. März traf sich die Jury des TEXIMUS 5 in der Ausstellung und bestimmte das Werk «Ich geh kurz duschen» von Michael Tulio für den Jurypreis.

 

Begründung:

Eine Alltagssituation auf der hochflorigen Boudoirmatte, in Porzellan gegossene Trainerhosen, Unterwäsche, Socken. Es zeigt die absolut flüchtige, nichtige, banale Alltagswelt, farblich Ton in Ton. Die vom Körper abgestreiften Textilien, denen hier ein Denkmal mit flüssiger Porzellanmasse (Schlicker) im Ausbrennverfahren gesetzt wird, stammen von einem Mann: Michael Tulio. Die unscheinbare Szenerie dokumentiert einen Männerblick auf Frauenwäsche*, die alles andere als verführerisch daherkommt. Es ist der Blick in die konkaven Kavernen der Welt, wo Liebe und Entfremdung aufeinanderprallen: l’origine du monde. Die Arbeit ist gemäss der Jury ein überzeugendes Werk, ein momentum privatissimum, das künftig ins öffentliche Porzellankabinett zu stellen ist, samt Ikea-Teppich.

*Anmerkung cl: Der Input für das Werk war der Besuch bei einer Freundin gewesen, deren Trainerhose seit einer Dusche vor ein paar Tagen auf dem Badezimmerboden liegen geblieben war.

 

Wir gratulieren Michael Tulio herzlich zum Jurypreis!

 
Verschiedene Berichte zu Teximus 5 finden sie in der Rubrik Presse.

Tatsiana Yukhnavets, Slawische Beine, Foto: Vera Bättig

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