Abschluss der Garndesignausbildung


Ein handgesponnenes Garn ist ein Kunstwerk, das die Spinnerin nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet hat. Im zweijährigen Modulkurs «Garndesign» lehrte Marianne Mezger ihre Schülerinnen, wie man Garne aus unterschiedlichsten Fasern in Farbe und Beschaffenheit nach Wunsch selber herstellen kann. Im August 2022 schloss der zehnte und letzte Jahrgang dieser Ausbildung mit einem Diplom ab.


Schon beim Betreten des Ausstellungraumes war die hohe Qualität der diesjährigen Diplomarbeiten zu erkennen. Fast alle Garne waren perfekt gearbeitet. Auch dieses Mal gab es Pflichtaufgaben sowie eine freie Arbeit, in der die Spinnerinnen ihren Neigungen folgen durften.

Zu den Pflichtaufgaben gehörte die Vorbereitung verschiedener Fasern: gekämmte Locken, Kammzüge und Stapel von Schafwolle bzw. Alpaca, Seidenpunis und Flachsbabeli. Ausserdem mussten vierzehn Garnstrangen in vorgegebener Qualität präsentiert werden. Erstaunlich, wie fein und regelmässig auf dem Spinnrad oder mit der Handspindel gearbeitet werden kann!


Garn aus Nylon, Pet, Seacell und Viscose von Mabel Klaus
Strangen der Pflichtarbeit von Corinne Meyer
hauchdünner Leinenstrang von Doris Sturzenegger
Navajogarn von Christina Fink mit perfekten Farbübergängen

Auch die freien Arbeiten zeigten ein hohes Niveau. Christina Fink hatte farbig gewachsene, peruanische Pakucho-Baumwolle, Glow in the Dark (eine fluoreszierende Faser) und Stahl versponnen, und daraus einen ausgeklügelten Rucksack genäht, der sie auf ihren Ausflügen in die Natur begleiten wird und auch Platz für eine Spindel bietet.


Rucksack von Christina Fink

Mabel Klaus präsentierte eine aufwändige Forschungsarbeit über die Brennnesselfaser. Schon im Mittelalter wurde die Pflanze zur Gewinnung von Fasern genutzt. Mabel probierte vieles aus und zeigte als Diplomarbeit neben ihren Text-Recherchen Stängelstückchen, Faseransätze und eine erste Webprobe.


Stängel und Fasern von Walliser Brennnesseln von Mabel Klaus

Doris Sturzenegger hatte sich mit Spitzenstrickmustern aus der Zeit der englischen Königin Viktoria beschäftigt und ein feines Lacegarn entwickelt. Der Schal in traumhaftem Blau wirkte kostbar und edel.


Laceschal von Doris Sturzenegger

Corinne Meyer baute sich ausgehend vom Bilderbuch «Helva und das Zaubernetz» von Andreas Sommer und Irma von Allmen eine eigene Märchenwelt. Für die freie Arbeit hatte sie Garn und Häkelmuster zu einer Hängematte kreiert.


Corinne Meyers Zauberwelt


Text und Fotos: Christine Läubli www.mariannemezger.com

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