Strukturierte Transformationen von Agnes Melles
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Agnes Melles gestrickte Flachkompositionen sind von mathematischen Sequenzen, geometrischen Mustern und deren bildkünstlerischer Verwendung inspiriert. Neben mathematischen Vorbildern sind ihre Werke auch von der Formsprache des Strickens sowie von Farbmischungstheorien geprägt. Aufgrund ihres sozialwissenschaftlichen Hintergrunds kommt in ihren Werken eine weitere Bedeutungsebene zum Vorschein, die aus ihrer Auseinandersetzung mit den Wechselwirkungen verschiedener Identitätsschichten stammt.

Ich empfinde die Essenz des Strickens darin, wie aus einem einzelnen Faden eine Struktur entsteht, wie Quantität zu Qualität wird und wie kilometerlange Garne die Kraft erhalten, Bilder zu erschaffen. Stricken ist in der Textilkunst weniger verbreitet – vor allem aufgrund seiner technologischen und strukturellen Natur –, doch als Ausdrucksform spricht es mich sehr an. Besonders schätze ich, wie die Technik des Strickens mit einem einzigen Faden arbeitet, sodass im Grunde alle Maschen, alle Komponenten miteinander verbunden und verflochten sind und aus demselben gemeinsamen Faden entstehen.

Ich verzwirne mein Garn, um subtile Übergänge zu schaffen. Meine Methode der Farbmischung, bei der ich Garne unterschiedlicher Farben verdrehe und verzwirne, nimmt unter den traditionellen Ansätzen einen besonderen Platz ein. Meine Technik folgt weder die additive, noch die subtraktive Farbmischung genau, sondern verbindet sie auf einzigartige Weise und schafft so einen unikalen visuellen Effekt.

Agnes Melles ist in Ungarn geboren und lebt seit 2017 in Zürich. Sie studierte am Departement Soziologie der Corvinus Universität in Budapest und an der Schweizerischen Textilfachschule in Zürich.

Agnes Melles wird in der Ausstellung TEXIMUS 5 (18. bis 22. März 2026) in der Altstadthalle Zug die Werke «Verwandlung» und «Intersektionen» zeigen.

Text und Fotos: Agnes Melles




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