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Barbara Wälchli Keller: Freies Sticken

Die schwarze Sonne; Foto: Georg Sidler

Barbara Wälchli Kellers Medium sind die Fäden. Ihr neues Buch ist eine Einführung in die Welt der freien Stickerei, aber auch ein Galeriebuch mit Arbeiten der Künstlerin und deren Kursteilnehmerinnen. Es ist schön gestaltet, Papier und Grafik unterstützen das textile Thema.











Frottage; Foto: Georg Sidler

Sticken wozu? Früher schmückte man in stundenlanger Arbeit Tischwäsche, Leintücher, Kleidungsstücke, Accessoires mit kunstvollen Mustern, Ornamenten und Monogrammen. Obwohl in vielen Haushalten so manches Erbstück aus Grossmutters Zeiten in der Schublade lagert, hat leider kaum mehr jemand Lust, es im Alltag auch zu benutzen. Man scheut den pflegerischen Aufwand. Doch die Faszination bleibt. Heute ist Sticken eine wunderbare Technik, um sich künstlerisch auszudrücken.










Margeriten und Fliegenstich; Foto: Eva Herger

Barbara Wälchli Keller stellt in ihrem Praxisbuch Materialien und Handwerksutensilien vor. Sie zeigt die 15 gebräuchlichsten Sticharten und fügt ihnen Mustertücher und ausgeführte Beispiele bei. Eine kleine Farbenlehre, gestalterische und technische Tipps sowie Ideen für die Präsentation ergänzen diese ersten Kapitel. Besticken kann man jeden Grund von Stoff über Papier zu Holz. Als Faden eignet sich ebenfalls alles – vorausgesetzt, der Faden passt zur Aussage der Arbeit.







Edel unterlegt; Foto: Barbara Wälchli Keller

In den beiden letzten Kapiteln geht es um Inspiration und Gestaltung. Wichtig ist Barbara Wälchli Keller stets die textile Auseinandersetzung mit der Idee und eine dem Faden gerecht werdende Umsetzung. Keinesfalls will sie einfach Vorlagen nachsticken. Die Fülle der im Buch präsentierten Ideen und die unterschiedlichen Bildsprachen sind beeindruckend. Viele Arbeiten stammen von der Autorin selber, eine grosse Anzahl aber auch von ihren Kursteilnehmerinnen.





Tagebuch Guilvinec 2016; Foto: Georg Sidler

Stickend ein Tagebuch zu führen, schenkt jeden Tag eine Oase, die man ganz für sich hat und in der man sich frei ausdrücken darf. Die Künstlerin hat unter anderen schon Tagebücher aus den Ferien, über das Wetter oder gar eines über ein ganzes Jahr gestickt.Ob man den Tag mit einer kleinen gestickten Skizze beginnt oder sich längere Zeit in ein und dieselbe, zeitaufwändige Arbeit vertieft – das freie Sticken erlaubt es, eine eigene Ausdruckssprache zu finden.








Barbara Wälchli Keller: Freies Sticken,

AT Verlag 2023, 144 Seiten,

19,2 x 24,5 cm, Broschur mit Klappe,

ISBN 978-3-03902-212-0



 








Text: Christine Läubli

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